Finanzplanung als integraler Bestandteil des Businessplan

Die Finanzplanung stellt Ihr Unternehmen auf ein festes Prämissen getriebenes Fundament.

Die Finanzplanung „übersetzt" den Businessplan-Textteil in Zahlen und schafft somit messbare Planungsziele.

Finanzplanung Schritt 1: Umsätze planen - Umsatzplanung


Als Existenzgründer kann man sich nicht auf die Umsatzzahlen der vergangenen Jahre als Grundlage für die Finanzplanung beziehen, um eine Einschätzung der Umsätze für die Zukunft abgeben zu können. Deshalb bedient man sich verschiedener Methoden, um gesicherte Erkenntnisse und Planungsprämissen für realistische Umsatzzahlen in Ihrer Finanzplanung zu gewinnen. Zum Einen muss man sich allgemeinen Markt- und Brancheninformationen bedienen, um vom Durchschnittsumsatz der Branche auf einen eigenen Planumsatz schließen zu können. Wenn der Durchschnitt Ihrer Branche einen bestimmten Umsatz erzielen kann, warum sollten Sie das als Existenzgründer dann nicht auch schaffen? Gegebenenfalls ist bei Ihrer Umsatzplanung zu berücksichtigen, dass Sie ja erst starten, das heißt noch keine Stammkundschaft haben und damit Ihr Planumsatz des ersten Jahres oder der ersten Jahre noch unter dem Durchschnitts-umsatz der Branche liegt. Wenn Sie Produkte verkaufen möchten, können Sie den kalkulierten Preis des Produktes mit der geplanten Absatzmenge multiplizieren und kommen so zu Ihrem Umsatz pro Produkt. Das wiederholen Sie dann mit der Anzahl der Produkte, mit denen Sie starten wollen. Wenn Sie als Dienstleister Ihre Zeit verkaufen, dann multiplizieren Sie die Anzahl der abrechenbaren Stunden mit Ihrem kalkulierten und am Markt erzielbaren Stundensatz. Bedenken Sie, dass Sie zu Beginn einen Großteil Ihrer Zeit mit Marketing und Akquise verbringen werden und diese Zeit nicht abrechnen können.

Finanzplanung Schritt 2: Kosten planen - Kostenplanung


Zu jedem Umsatz gehören in die Finanzplanung auch Kosten. Wenn Sie Produkte verkaufen, haben Sie diese Produkte entweder vorher selbst erstellt und haben somit Herstellungskosten oder haben Sie selbst eingekauft, dann haben Sie Einkaufskosten. Weiterhin haben Sie wahrscheinlich Raumkosten für Ausstellung oder Lagerung, Personalkosten für Mitarbeiter, Kosten für Werbung und Marketing, Beratung, Wartung und Instandhaltung usw. Wichtig ist, alle Kosten vollständig zu berücksichtigen und wenn noch keine konkreten Kosteninformationen vorhanden sind, sich wieder plausible und für Dritte nachprüfbare Planungsprämissen zu schaffen. Wenn Sie z.B. noch kein konkretes Angebot für Geschäftsräume gefunden haben, multiplizieren Sie einfach Ihren Platzbedarf mit der ortsüblichen Geschäftsraummiete.

Finanzplanung Schritt 3: Rentabilität errechnen und prüfen - Rentabilitätsplanung


Ihre geplanten Umsätze abzüglich der Kosten zeigt Ihnen die Rentabilität Ihres Vorhabens in der Finanzplanung an. Je nach Gesellschaftsform müssen Sie dann entweder im Gehalt (Personalkosten) oder im Unternehmerlohn Ihre Privatausgaben berücksichtigen. Sollte Ihr Vorhaben in der Finanzplanung nicht vom ersten Monat an Gewinn erzielen, was durchaus üblich ist, ist der Fehlbetrag zu finanzieren. Dabei kommt entweder Eigenkapital oder Fremdkapital in Betracht. Auf den geplanten Gewinn müssen Sie ebenfalls noch Steuern berücksichtigen.

Finanzplanung Schritt 4: Investitionen planen - Investitionsplanung


Investitionen sind im Gegensatz zu den laufenden Kosten nicht sofort erfolgswirksam. Das bedeutet dass Sie die Kosten für Investitionen nicht sofort, sondern nur über die Laufzeit der Nutzung geltend machen können. Sie können Investitionen also über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. Wichtig ist dabei aber, dass Sie die Investitionen natürlich in der Regel sofort bezahlen müssen, also den Liquiditätsabfluss haben.

Finanzplanung Schritt 5: Liquidität planen - Liquiditätsplanung


Wesentliche Grundlage für die Planung der Liquidität (Liquiditätsplanung) ist die Festlegung der Zahlungsziele für Einnahmen und Ausgaben. Wir empfehlen in der Planung schlechtere Zahlungsziele für die Einnahmen anzunehmen, also 45 oder 60 Tage Zahlungsziel und für die Ausgaben als Prämisse eine sofortige Zahlung zu unterstellen. Auch Investitionen wirken sich wie Ausgaben sofort liquiditätswirksam aus. Wenn Sie eine Fremdfinanzierung planen, sind Zinsen und Tilgung ebenfalls in der Liquiditätsplanung zu berücksichtigen. Ebenso die auf den Gewinn zu entrichtenden Steuern.

Finanzplanung Schritt 6: Gesamtkapitalbedarf ermitteln - Finanzierungsplanung


Aus der Unterdeckung Ihres betrieblichen Finanzsaldos und den geplanten Investitionen ergibt sich Ihre Gesamtkapitalbedarf Ihrer Finanzplanung.

Wenn Sie den Gesamtkapitalbedarf ermittelt haben, geht es darum zu ermitteln, wie Sie diesen finanzieren. Neben der Unterteilung in Eigenkapital und Fremdkapital geht es hier auch um die Berücksichtigung von stillen Beteiligungen, Private Equity, Zuschüssen, Bürgschaften und KfW-Darlehen.